13. April 2010

Aufgrund der vielen Frauen in den Charts werden zwangsläufig die geilsten Titten der Welt, Shakiras fette Hüften, und der Brustkorb von Katherine Jenkins besprochen. Nena berichtet über ihr Leben, das Daniel Schuhmacher gern hätte und Jan Sievers noch sucht.  Gentleman findet das nicht schön, P!nk vermutet schlechte Einflüsse für den Mars, dem bei man angesichts der Realitäten umgangssprachlich bis(s) zum Morgengrauen von Krieg reden kann. Das und mehr in den Neueinsteigern der Woche…

# 4 Nena – In meinem Leben

Nena hat ihren 13. Song in die deutschen Top 10 katapultiert, und sich somit selbst zu ihrem 50. Geburtstag beschenkt. Der Song „In meinem Leben“ beschreibt ihr eigenes Leben ohne großes Tamtam. Ihre Retro-Elektropop-Schiene hat sie verlassen, um zu einer einfachen Gitarrenballade zurückzukehren. Wenn man eine angenehm schöne Stimme hat wie sie, genügt das völlig. Der letzte Push kommt durch ihre momentane Deutschlandtour, wodurch auch ihr Album nochmal neu in die Charts einsteigt. An Lena Meyer-Landrut, Stromae und Unheilig kam sie jedoch nicht vorbei in den Singlecharts, so bleibt ihr nur der undankbare Platz 4.

PS : Ein Tamtam kennt jeder. Es ist dieser meistens mehrere Meter große asiatische Metallgong, der mit einem riesigen Holzklöppel geschlagen wird und stundenlang summt. Aber ich wollte jetzt kein großes Tamtam machen.

 

# 8 Shakira – Gypsy

Ihre Sorgen möchte man haben. Minutenlang jammerte sie bei Thomas Gottschalk auf dessen ZDF-Couch über ihre Therapeutengänge : “Ich wünschte mir, größer zu sein, längere Beine zu haben, schlankere Hüften, einen kleineren Hintern, weniger gelocktes Haar. Ich bin da wie alle Frauen – wir sind dazu geboren, uns selbst zu kritisieren.” Den entscheidenden Halbsatz danach hat sie verschluckt : Uns selbst, und unsere Ehemänner. Nunja, der Song selbst ist ein weiteres musikalisches Experiment. Nachdem sie bei der Auskopplung der Single „She Wolf“ peinlicherweise in die Tabledancekiste gegriffen hat, erwischte sie bei diesem Reingreifen jetzt einen stark orientalisch angehauchten balladenhaften Song. Ein kleines so dahinsprudelndes Liedchen, bei dem man gelegentlich aufgeweckt wird durch halbstarke Streetbeats.

 

# 25  Gentleman – It No Pretty

 

Nunja, man muss auf einem Album auch einen Song vertreten haben, mit dem man eindeutig auf eine hohe Chartsplatzierung abzielt. Und genau das ist dem Song gelungen. Sehr melodische Midtemponummer, die nicht dem klassischen Reggae entspricht. Stattdessen gibt’s sehr soulige Chöre zu hören mit sanften Streichern und Klimperklavier. Analog zu Shakira donnern durchsetzungsstarke Drums unter dem Song. Ob man durch das aufreißerische Video nun pädagogisch wertvolle Aufklärung zum Thema sinkende Gewaltschwelle betreiben oder einfach nur einen kleinen Skandal inszenieren wollte, kann jeder für sich selbst beurteilen. Schön ist es nicht.

 

# 26  P!ink – Bad Influence

Berliner, freut Euch ! Die geilsten Titten der Welt kommen am 8. Juni nach Berlin ! Achja, und nebenbei ist eine gewisse Frau P!ink auch in der Waldbühne, während die Möpse irgendwo in Reihe 8 rumhüpfen, was ja wohl bedeutend wichtiger ist. Leider sind auch die Plätze 2 und 3 in meiner Weltrangliste vergeben. Es besteht aber die Möglichkeit, durch das Zusenden von aussagekräftigen Fotobeweisen eine Neuordnung der Weltrangliste einzufordern. Zurück zu P!ink. Bevor die Fans mir Bad Influence vorwerfen, schreibe ich den Künstlernamen vorbildlich mit „!“ im Namen. Wie zum Teufel spricht man dann aber den Namen „P!nk“ aus ? So ohne „i“ klingt es wie ein Geräusch bei einem Autounfall, was den gelegentlich rotzig rockigen Sound in ihrer Stimme gut umschreibt.  Rührend übersetzen die zahlreichen Fanportale jeden Song :  Schlechter Einfluss  Ladadadada  Ladadadadada  Ladadada  Dada  Ladadada. Ansonsten bleibt Pink ihrem Stil treu und liefert einen weiteren Hit aus ihrem Erfolgsalbum „Funhouse“ ab. Wir warten gespannt, ob es nach den Rolling Stones noch P!nk gelingt, die Waldbühne komplett auseinanderzukloppen. Der jüngste Versuch von 10.000 Herthafans scheiterte kläglich. Nachdem sie ihre Gewaltlosigkeit demonstriert haben, dürfen sie allem Anschein nach die letzten 2 Heimspiele wieder im Stadion betrachten, bevor sie aus der 1.Liga absteigen. Statt der Meisterschaft gibt’s als Trostpreis den Rekord für die wenigsten Heimspielsiege aller Zeiten. Der schlechte Einfluss auf die Spieler sollte mal untersucht werden. Leider kommt P!ink erst nach Saisonende zuhilfe.

 

# 30 Daniel Schuhmacher – If It’s Love

 

Tja, die Mädchen sind diese Woche stark vertreten in den Charts. Dieter Bohlen hatte keine Lust mehr auf den bubihaften Schuhmacher, also nahm sich Aushilfs-DJ Alex Christensen dem Castingshowgewinner von DSDS an, verpasste ihm eine total krasse Imagewechselfrisur und zerstückelte kurzerhand „Broken Strings“ von James Morrison und Nelly Furtado. Heraus kam ein plagiatsverdächtiges Stück Recyclepop von einem Retortenbaby gesungen. Und mithilfe des Geniestreiches eines Mediengestalters im 1. Lehrjahr ( man steckt das Teflongesicht in ein Ramones-Shirt ) wird der Castingclown erwachsen. Zum Glück bemerkt das niemand. Es hat schließlich auch niemand gemerkt, dass der diesmalige Finalist Mehrzad Marashi eigentlich Marasco heißt und schon mehrere Singles veröffentlicht hat.

http://www.amazon.de/SheS-Gone-Marasco/dp/B000GYI58O/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1271165379&sr=1-1

 

# 48  Jan Sievers – Die Suche

 

Musicline.de/Top10Hits meldet : Sorry, not found. Klatsch-Tratsch.de meldet : Sorry, not found. Also schauen wir mal bei der Plattenfirma Warnermusic nach : Auf „Die Suche“ nach einem großartigen neuen deutschen Songschreiber-Talent müssen wir uns nicht länger begeben – es ist mit der Person Jan Sievers gefunden, wie die heute (26.03.) erscheinende, gleichnamige Single beweist.( Zitat-Ende )  Aha, verstehe. Auf die Suche nach die Künstler hat man mit Jan Sievers nun die passende Mensch gefunden, und zwar bei die Community von die Myspace, da wo jeder singen tun kann. Ist aber nett, dass die Plattenfirma in ihrem Firmennamen schon vor ihren eigenen Produkten warnt.

 

# 58 Jasper Forks – River Flows In You

Der Fluss fließt in mir ? Na das wüsst ich aber. Ich wüsst übrigens auch gern, warum man Fluss mit doppeltem „s“ schreibt, fließen aber mit „ß“ und Bis(s) mit „(s)“. Während der knapp 4 Minuten dauernden Dauerbeschallung durch deutschen Unts Unts Techno mit Robert Miles Klavier habe ich genügend Zeit, darüber zu sinnieren. Mit anstrengenden Songtexten oder deren Übersetzung muss ich mich nicht lange rumquälen, die Produzenten wählten für die Kernaussage der Dancehymne keine Texte, sondern eine klingeltontaugliche Klaviermelodie. Und überhaupt musste das deutsche Produzententeam von Kontor nicht lange die Kraft der menschlichen Gehirne benutzen. Es war viel einfacher, sich die Remixrechte an dem Soundtrack des Films „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ zu sichern, um die Melodie zu verwursten. Das Video wurde hektisch zusammengeschnitten mit unbenutzten Szenen des Filmdrehs. Der Verwertungsfluss fließt  und fließt.

 

# 66 Katherine Jenkins – Bring Me To Life

 

Auuuu Baby. Wenn Frauen bekunden, sie finden klassische Musik toll, weil David Garret so unglaublich gut ,äh, Geige spielen kann, sagen sie tatsächlich die Wahrheit. Uns Männern geht’s bei Katherine Jenkins genauso. Ich liebe ihren prachtvollen Klangkörper ( den sie zum Wohle der Kunst schon bei der Fashion Week 2007 in London zeigte ) , die zauberhafte Haar-, äh Stimmfarbe und das Vibrieren ihres Resonanzoberkörpers bringt mein Blut für klassische Musik in Wallung. Ich könnte ihr den ganzen Tag ZUSEHEN, wie sie singt. Oder im Video Vollplayback ihre Lippen bewegt. Nach dem Cover von Evanescense sollte sie mal „Dirrty“ von Christina Aguilera singen, das ist echte Kunst ! Und die Glaubwürdigkeit erfordert auch, dass der Song halbnackt performt wird im Video. Beim Schlammcatchen macht man sich nun mal „dirty“, und nackt kann man auch viel besser die Atemtechnik für besseren Gesang einsetzen ! Den Song kennt man unter anderem als TV-Musik. Wochenlang konnte man auf Sat1 zuschauen, wie sich Boxgroßmaul Steffen Kretschmann auf einen WM-Kampf vorbereitet. Katherine sang dann live vor dem Hauptkampf, bei dem sich Kretschmann anschließend blamierte, wie es ein Daniel Küblböck selbst im Dschunglecamp nicht besser hingekriegt hätte. Nämlich durch Aufgabe.

 

# 79  30 Seconds To Mars – This Is War

 

Ursprünglich habe ich vermutet, irgendein deutscher Keller-DJ sampelt hier die Ansprache von Kriegsminister Guttenberg und dessen legendären Satz : Angesichts dieser Realitäten in Afghanistan kann man umgangssprachlich von Krieg reden. Stattdessen haut es mir die rockige Erstauskopplung einer us-amerikanischen Band um die Ohren. Während die zurückhaltende Strophe noch keine bleibenden Schäden bei Menschen über 30 Jahren anrichtet, überstehen selbige den sehr rockig lauten Chorus ,der aus hartem Schlagzeug, sehr fetten Gitarren und gebrülltem Refraingesang besteht, kaum. Und schon gar nicht auf dem lautstärke-getunten iPod, den diese Generation geschlossen benutzt und unaufgefordert in jeder U-Bahn präsentiert.  Wer sich diesen Song als Aufweckton für sein Handy oder USB-Wecker holt, wünscht sich nach 30 Sekunden zum Mars. Oder merkt, wie sich Krieg anfühlt.

2 Kommentare zu Neueinsteiger 12.04.2010
  1. Basti
    Wem gehören denn die Titten ?
    18.04.2010 13:04
  2. De.Ka.
    Wer hat denn die geilsten Titten??? Das ist ja eh "Ansichtssache", gel!!!
    18.04.2010 19:04
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